Der Steve is wech
By torgumDas wa’s dann also. Steve Jobs ist tot. Das war zu erwartet gewesen. Bauchspeicheldrüsenkrebs ist halt einfach aussichtslos. Und ein Mensch ist gestorben, was immer traurig und ein Verlust ist, da beisst die Maus kein Mauskabel ab.
Doch, was seit gestern sich die Journalie erlaubt, das is ja wohl der grösste Mist, den ich seit langem Erleben musste. Da wird den _gesamten_ Tag (und heute ja auch noch) kein anderes Thema behandelt, als die Tatsache, dass er nun tot ist und was er alles geleistet hat und was für ein toller Mensch Mr. Jobs gewesen ist. Man soll nichts schlechtes über die Toten sagen, aber ein wenig Kritik gegen die nahezu kultische Verehrung, die dem Mann zukommt, ist vielleicht doch schon angebracht. Spiegel Online entblödete sich nicht, ihn als den grossen Weltverbesserer hinzustellen und überall erklären Menschen, wie Job ihr Leben revolutioniert hätte. Nun, das mag stimmen. Jobs hat mit seiner Arbeit das Leben viele Menschen geprägt und ohne sein geniales Verkaufstalent und seine Visionen wären bestimmte Dinge niemals in der breiten Masse der Bevölkerung angekommen. Keine Massen von MP3 Playern und vor allem keine touch-Smartphones. Und ja, diese Gerät haben (gut, der MP3 Player selbst vielleicht nicht so) das Leben verändert. Das Kommunikationsverhalten der Menschen, die ein Gerät solchen Konzeptes ihr Eigen nennen hat sich grundlegend verändert. Ständige Erreichbarkei, ständiger Zugriff auf aktuelle Informationen gibt es erst seit dem Smartphone zu einem “erschwinglichen” Preis. Das hat Mr. Jobs geschafft und auch dass er genialer Geschäftsmann war, ist unstrittig, aber diese Heiligenverehrung? In Long Island legten sie Blumen nieder. Irgendwer prägt den Begriff iGod, was die Art und Weise, wie man diesen Mann verehrt durchaus treffend beschreibt. Und allüberall auf den Zeitungsspitzen sah ich blinkende Äpfel blitzen. Nein! Moment! Da ist irgendwas schief gelaufen. In irgendnem Forum meinte jemand, Jobs würde nun sein Werk von der iCloud aus bewundern. Jobs war ja Buddhist. Da wird er sich kaum auf einer Wolke ausruhen. Der Buddhismus kennt ein Wiedergeburtskonzep, welches auch mit Karma zu tun hat. Ich bin nun kein Buddhist und verstehe wenig davon, aber es erschiene mir nicht ungerecht, wenn eine Wiedergeburt als Mitarbeit bei Foxxconn geschähe.
Andernfalls glaube ich allerdings ebenfalls nicht, dass es die iCloud wäre. Wer sich diesen Bericht von von Frontal anschaut, wird vermutlich auch mal die andere Seite des Iphones sehen. Vor diesem Hintergrund erscheint es fast schon zynisch, dass Jobs sagte: “”Mir ist es nicht wichtig, der reichste Mann auf dem Friedhof zu sein. Abends ins Bett gehen zu können und sagen zu können, dass wir etwas Wundervolles geschaffen haben, dass ist es, was mir wichtig ist.”



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